Warum muss man Gusseisen einbrennen?

Gusseisen ist von Natur aus porös – die Oberfläche hat winzige Rauigkeiten, an denen Lebensmittel anhaften können. Das Einbrennen füllt diese Poren mit polymerisiertem Öl und erzeugt eine glatte, harte Schutzschicht – die sogenannte Patina.

Diese Patina hat drei entscheidende Vorteile:

  • Natürliche Antihafteigenschaft (ohne synthetische Beschichtung)
  • Schutz vor Rost (versiegelt das poröse Eisen)
  • Verbessert sich mit jedem Kochvorgang – je öfter benutzt, desto besser
Eine gut eingebrannte Gusseisenpfanne ist die langlebigste und gesündeste Kochoberfläche, die es gibt. Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Was Sie brauchen

📋 Einkaufsliste

  • Gusseisenpfanne (neu oder zu restaurierende)
  • Öl mit hohem Rauchpunkt: Leinöl (beste Ergebnisse), Rapsöl, Kokosöl oder Schmalz
  • Küchenpapier (mehrere Blätter)
  • Backblech (als Auffangbehälter für Öltropfen)
  • Ofenhandschuhe
Warum Leinöl? Leinöl hat den höchsten Anteil an trocknenden Fettsäuren (Omega-3), die beim Erhitzen besonders schnell polymerisieren und eine härtere, dauerhaftere Patina bilden als andere Öle.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

1

Pfanne reinigen (Erstmalig)

Neue Gusseisenpfannen sind oft mit einem Fabrikschutzöl oder Wachs überzogen. Dieses muss entfernt werden: Mit warmem Wasser und etwas Spülmittel schrubben, gut abspülen. Das ist das einzige Mal, dass Spülmittel an eine Gusseisenpfanne kommt.

Anschließend sofort gründlich abtrocknen – entweder mit Küchenpapier oder 5 Minuten bei niedriger Hitze auf dem Herd trocknen lassen.

2

Öl hauchdünn auftragen

Das ist der wichtigste Schritt, der am häufigsten falsch gemacht wird: weniger ist mehr. Einen kleinen Klecks Öl auf ein Küchenpapier geben und die gesamte Pfannenoberfläche – Innen- und Außenseite, Boden, Ränder, sogar den Griff – dünn einreiben.

Dann mit einem frischen Stück Küchenpapier überschüssiges Öl abwischen. Die Pfanne sollte kaum sichtbar glänzen – zu viel Öl führt zu klebrigen Flecken statt einer glatten Patina.

3

Backofen vorheizen

Den Backofen auf 220–230°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech auf der unteren Schiene einlegen – es fängt eventuelle Öltropfen auf und hält den Backofen sauber.

Alternative: Herd-Methode – Die Pfanne auf dem Herd bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen bis das Öl zu rauchen beginnt, dann auf niedrigere Hitze reduzieren und 15 Minuten halten. Gut belüften!

4

60 Minuten einbrennen

Die geölte Pfanne umgekehrt (mit der Öffnung nach unten) auf dem Ofenrost platzieren – so tropft überschüssiges Öl ab statt Pfützen zu bilden.

60 Minuten bei 220–230°C brennen lassen. In dieser Zeit polymerisiert das Öl: Die Fettsäureketten verknüpfen sich zu einem harten Kunststoffnetzwerk, das sich fest an das Eisen bindet. Es wird etwas Rauch entstehen – das ist normal, gut lüften!

5

Abkühlen lassen

Ofen ausschalten und die Pfanne im Ofen abkühlen lassen. Niemals eine heiße Gusseisenpfanne unter kaltes Wasser halten – der Temperaturschock kann das Eisen springen lassen.

Das Abkühlen kann 1–2 Stunden dauern. Haben Sie Geduld – das Ergebnis lohnt sich.

6

2–3 Mal wiederholen

Für eine solide Grundpatina empfehlen wir das komplette Verfahren (Ölen → Einbrennen → Abkühlen) 2–3 Mal zu wiederholen. Jeder Durchgang fügt eine weitere Schicht der Patina hinzu und macht die Antihafteigenschaft besser.

Die 5 häufigsten Fehler beim Einbrennen

Fehler 1: Zu viel Öl
Das häufigste Problem. Zu viel Öl polymerisiert nicht sauber und bildet klebrige, fleckige Beschichtungen. Lösung: So wenig Öl wie möglich – die Pfanne sollte nach dem Abwischen kaum sichtbar glänzen.

Fehler 2: Zu niedrige Temperatur – Unter 200°C polymerisiert das Öl nicht richtig. Ergebnis: klebrige Oberfläche statt harter Patina. Mindestens 220°C sind nötig.

Fehler 3: Pfanne nass lassen – Feuchtigkeit ist der Feind von Gusseisen. Immer sofort nach dem Reinigen trocknen – am besten auf dem heißen Herd.

Fehler 4: Falsches Öl – Olivenöl hat einen zu niedrigen Rauchpunkt und wird ranzig statt zu polymerisieren. Nur Öle mit hohem Rauchpunkt verwenden.

Fehler 5: Ungeduld – Eine Patina baut sich nicht in einem Durchgang auf. Planen Sie 2–3 Einbrenndurchgänge ein und kochen Sie die ersten Male fettreiche Gerichte (Speck, Steaks) – das stärkt die Patina zusätzlich.

Pflege nach dem Einbrennen

Mit jeder Benutzung stärkt sich die Patina – wenn Sie die Pfanne richtig pflegen:

  • Nach dem Kochen: Noch warm mit heißem Wasser ausspülen, mit einer Bürste (kein Stahlschwamm) reinigen
  • Trocknen: Sofort auf dem Herd bei niedriger Hitze trocknen – nie stehen lassen
  • Einölen: Noch warm einen Hauch Öl einreiben – fertig
  • Lagern: Trocken, mit einem Küchenpapier zwischen gestapelten Pfannen
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Häufige Fragen

Ja, die Herd-Methode funktioniert auch gut: Pfanne auf dem Herd bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen, einen Hauch Öl mit Küchenpapier einreiben und 10–15 Minuten bei mittlerer Hitze halten. Anschließend abkühlen lassen und einmal wiederholen. Die Backofen-Methode gibt gleichmäßigere Ergebnisse, aber beide Methoden funktionieren.

Mindestens 2, besser 3 Durchgänge für eine solide Grundpatina. Danach baut sich die Patina mit jedem Kochvorgang weiter auf – besonders wenn Sie fettreiche Gerichte kochen wie Speck, Steaks oder Bratkartoffeln. Nach einem Jahr regelmäßiger Benutzung haben Sie eine perfekte, glatte Antihaftoberfläche.

Zu viel Öl wurde aufgetragen. Lösung: Pfanne auf dem Herd bei hoher Hitze erhitzen bis sie aufhört zu qualmen. Dann mit einem Küchenpapier das restliche Öl abwischen und den Einbrennvorgang mit deutlich weniger Öl wiederholen. Weniger ist beim Einbrennen wirklich mehr.

Vorbehandelte (pre-seasoned) Pfannen haben bereits eine Grundpatina und sind direkt benutzbar. Ein oder zwei zusätzliche Einbrenndurchgänge verbessern die Antihafteigenschaft jedoch erheblich und werden empfohlen. Alternativ: die ersten Male fettreiche Gerichte kochen (Speck, Bratkartoffeln), das baut die Patina natürlich auf.