Warum Gusseisen? Das macht dieses Material besonders

Gusseisenpfannen sind keine Modeerscheinung – sie sind seit Jahrhunderten in Küchen rund um die Welt im Einsatz, weil sie etwas können, was kein modernes Material replizieren kann: Sie speichern enorme Mengen an Wärme und geben sie gleichmäßig und anhaltend ab.

Das Ergebnis: perfekte Kruste beim Steak, gleichmäßig gegarte Braten, knusprige Kartoffeln. Gusseisen ist das bevorzugte Material von Profiköchen und Grillmeistern weltweit – und das aus gutem Grund.

Warum Gusseisen unschlagbar ist

  • Extreme Wärmespeicherung – Gusseisen kühlt kaum aus, wenn kaltes Fleisch in die Pfanne kommt
  • Backofen- und Grillgeeignet – verträgt Temperaturen bis 300°C und mehr
  • Natürliche Antihaftschicht – entwickelt sich durch Einbrennen von selbst
  • Ewige Haltbarkeit – eine gute Gusseisenpfanne hält Generationen
  • Ohne Beschichtung – keine Schadstoffe, kein Ablösen

Vorteile & Nachteile im Überblick

KriteriumGusseisenBeschichtete PfanneEdelstahl
WärmespeicherungAusgezeichnetNiedrigMittel
AntihafteigenschaftMit Patina gutSehr gutSchlecht
LanglebigkeitJahrzehnte3–5 JahreJahrzehnte
GewichtSchwer (2–3 kg)LeichtMittel
PflegeAufwändigerEinfachMittel
Ohne SchadstoffeJa (100%)Je nach TypJa
InduktionsgeeignetJaJe nach ModellJa

Gusseisenpfanne einbrennen: Schritt für Schritt

Neue Gusseisenpfannen müssen eingebrannt werden, um eine natürliche Antihaftschicht – die sogenannte Patina – aufzubauen. Das Einbrennen polymerisiert Öl auf der Pfannenoberfläche und versiegelt das poröse Gusseisen.

1

Pfanne reinigen

Neue Gusseisenpfannen mit Industrieschutzöl einreiben sein. Mit warmem Wasser und etwas Spülmittel reinigen – das einzige Mal, dass Spülmittel erlaubt ist. Gründlich abtrocknen.

2

Öl dünn auftragen

Ein Öl mit hohem Rauchpunkt verwenden: Leinöl, Rapsöl oder Kokosfett. Einen Hauch gleichmäßig auf Innen- und Außenseite verteilen – weniger ist mehr, zu viel Öl bildet klebrige Flecken.

3

Backofen vorheizen

Backofen auf 220–230°C vorheizen. Pfanne umgekehrt (mit der Öffnung nach unten) auf dem Rost platzieren – ein Backblech darunter fängt tropfendes Öl auf.

4

60 Minuten einbrennen

Die Pfanne 60 Minuten bei dieser Temperatur im Ofen lassen. Das Öl polymerisiert und bildet eine dünne, harte Schutzschicht auf dem Gusseisen.

5

Abkühlen & wiederholen

Ofen ausschalten und Pfanne im Ofen abkühlen lassen. Für optimale Ergebnisse diesen Prozess 2–3 Mal wiederholen. Jeder Durchgang stärkt die Patina.

Welches Öl ist am besten? Leinöl bildet die härteste Patina, hat aber einen etwas intensiven Geruch. Rapsöl und Kokosöl sind geruchsneutraler und geben ebenfalls gute Ergebnisse.

Reinigung & tägliche Pflege

Das Reinigen einer Gusseisenpfanne ist einfacher als viele denken – wenn man die Grundregeln kennt:

  • Kein Spülmittel (nach dem ersten Einbrennen) – greift die Patina an
  • Nicht in der Spülmaschine – rosten lassen ohne Ende
  • Immer sofort trocknen – Rost entsteht nur durch Feuchtigkeit
  • Nach Reinigung einölen – dünne Ölschicht schützt und stärkt die Patina
  • Bei Rost keine Panik – einfach ausreiben, neu einbrennen

Was tun bei hartnäckigen Rückständen?

Bei angebrannten Rückständen etwas Wasser in die Pfanne geben und erhitzen. Die Rückstände lösen sich durch den Dampf. Alternativ mit grobem Salz und einem Küchenpapier ausreiben – das Salz wirkt als natürliches Schleifmittel ohne die Beschichtung zu beschädigen.

Gusseisenpfanne auf Induktion

Gusseisen ist von Natur aus ferromagnetisch und funktioniert perfekt auf Induktionskochfeldern. Allerdings sind einige Dinge zu beachten:

  • Gusseisen heizt langsamer auf als normale Induktionspfannen
  • Nicht mit maximaler Stufe beginnen – lieber mittel hochheizen und warten
  • Gusseisenpfannen nicht über das Kochfeld schieben (zerkratzt die Glaskeramik)
  • Wärme bleibt auch nach dem Ausschalten noch lange erhalten – vorsichtig sein
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Häufige Fragen

Beim ersten Mal 2–3 Mal einbrennen, um eine gute Grundpatina aufzubauen. Danach reicht regelmäßiges Einölen nach dem Reinigen. Mit jedem Braten-Vorgang stärkt sich die natürliche Antihaftschicht von selbst.

Ja – Gusseisen enthält keine synthetischen Beschichtungen, kein PTFE, kein PFOA. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass das Kochen in Gusseisen kleine Mengen Eisen ins Essen abgibt – was für viele Menschen positiv ist. Insgesamt eine der gesündesten Kochoptionen überhaupt.

Mit Vorsicht. Säurehaltige Lebensmittel können bei langen Garzeiten die Patina angreifen und einen metallischen Geschmack erzeugen. Für kurze Garzeiten (unter 30 Minuten) ist es kein Problem. Für lange Schmorgerichte mit Tomaten oder Wein besser Emaille-beschichtetes Gusseisen verwenden.

Meistens liegt das an fehlender oder beschädigter Patina, zu niedriger Temperatur beim Anbraten oder zu wenig Öl. Lösung: Pfanne richtig einbrennen, ausreichend vorheizen (5 Minuten bei mittlerer Hitze) und Öl erst kurz vor dem Einlegen des Bratguts zugeben.